Kollaps der Gesundheits­ver­sor­gung droht

Dienstag, 19. Mai 2026

Reform zur Stabilisie­rung der GKV-Finanzen gefährdet Patienten­si­cher­heit

Die Mitglieder des Aktionsbünd­nis­ses Gesundheit Saarland sind entsetzt und empört über die Pläne der Bundesregie­rung zur Stabilisie­rung der Finanzierung für die Gesetzlichen Krankenver­si­che­run­gen. Statt nachhalti­ger Strukturre­for­men und echter Effizienz­stei­ge­run­gen setzt die Bundesregie­rung vor allem auf pauschale Kürzungen. Damit vertagt sie notwendige Reformen und lässt die Finanzpro­bleme der gesetzlichen Krankenver­si­che­rung einseitig die Leistungs­er­brin­ger und die Patienten lösen. Bei unabwendba­ren Steigerun­gen der Kosten (Inflation, Tarifstei­ge­run­gen, längere Lebenszei­ten in Verbindung mit komplexeren Erkrankun­gen, medizinischer Fortschritt u.a.) sollen jedoch die Aufwendun­gen der GKV für medizinisch notwendige Behandlun­gen sinken – das kann nur funktionie­ren, wenn Personal entlassen, Leistungen abgebaut und Krankenhäu­ser oder Praxen geschlossen werden. Der Beitrag, den die Bundesregie­rung zu leisten bereit ist und den sie von der GKV erwartet, ist kaum der Rede wert. Eine Reform der GKV ist bislang nicht vorgesehen.

Der Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisie­rung der GKV-Finanzen ist nicht nur eine gewaltige Zumutung für die Patientin­nen und Patienten sowie alle Leistungs­er­brin­ger. Er bedeutet das Ende einer flächende­cken­den medizinischen Versorgung, die auch hohen Qualitäts­s­tan­dards gerecht wird. Die Zahl der Krankenhäu­ser, Arzt- und Zahnarztpra­xen, Apotheken und Praxen für Psychothe­ra­pie wird vermutlich deutlich zurückgehen: die Wartezeiten auf eine notwendige Behandlung werden massiv steigen, die Wege werden spürbar weiter und die Sicherheit der Patientin­nen und Patienten wird erkennbar gefährdet. Die Mitglieder des Aktionsbünd­nis­ses Gesundheit Saarland befürchten einen Kollaps der medizinischen Versorgung. Wissentlich nimmt die Bundesregie­rung und die sie tragenden Fraktionen das in Kauf, scheut sich aber, der Öffentlich­keit diese unangeneh­men Wahrheiten in der gebotenen Deutlichkeit zu sagen.

Deshalb fordern die Mitglieder des Aktionsbünd­nis­ses Gesundheit Saarland die Bundesregie­rung auf, zur Stabilisie­rung der Finanzen der GKV andere Schritte zu wählen:

  1. Die Kosten für alle versicherungs­frem­den, politisch aber gewollten Leistungen, aus dem Bundeshaus­halt zu tragen.
  2. Die politisch gewollten überborden­den und teils unsinnigen Bürokratie­las­ten auf ein vernünfti­ges Maß zu reduzieren.
  3. Die medizinisch notwendigen Behandlun­gen auch vollständig zu bezahlen.
  4. Eine echte Reform der GKV in Angriff zu nehmen.

Die Mitglieder des Aktionsbünd­nis­ses Gesundheit Saarland fordern die saarländi­sche Landesregie­rung auf, nicht nur im Gesetzgebungs­ver­fah­ren gegen die vorliegen­den Reformele­mente zu stimmen sondern auch ihren Einfluss auf die Mitglieder der Bundesregie­rung und der Koalitions­frak­ti­o­nen zu nutzen, um andere am Patienten­wohl orientierte Maßnahmen zur Reform der GKV und der Stabilisie­rung ihrer Finanzen zu ergreifen. 


Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
SR Dr. med. Josef Mischo
Sprecher des Aktionsbünd­nis


Peter Springborn
Sprecher des Aktionsbünd­nis